Neben dem Waldweg, den ich fast jeden Tag entlangging, lag monatelang ein ungeschickt gefällter junger Eichenbaum. Die offensichtliche Sinnlosigkeit dieses Todes beunruhigte mich - ich konnte es nicht fassen, wieso jemand einen jungen Baum erst fällen und dann liegen lassen konnte. Es war ungefähr zu dieser Zeit, dass ich ein Selbstporträt des Malers Igor Rončević sah, der sich mit einer Axt in den Händen abgebildet hatte.
Bemale die Leinwand als würde sie mit einer Seite im Licht und mit der anderen im Schatten liegen, so dass du den Anschein ungleichmäßiger Lichtverteilung auf der Oberfläche erweckst. Verwende metallgraue Töne und versetze sie beim Malen mit einigen warmen Tönen. Bearbeite diese Oberfläche lange und sorgfältig, bis du dich vergewissert hast, dass sie ein Gefühl der Schwere ausstrahlt und wie eine von spärlichem Licht beschienene Bleitafel wirkt.
Die sich reliefartig über die Oberfläche der Leinwand erhebende Linie betont die Besonderheit sowohl des Gezeichneten als auch des Hintergrundes, der wiederum die Stimmung erzeugt und das gefühlsmäßige Erlebnis des Gezeichneten bestimmt. Durch das beschreibend gemalte Detail kommt das Element einer Geschichte hinzu. Zusammen mit der bemalten Oberfläche und der Zeichnung, die sie enthält, macht dieses narrative Element den Zusammenhang visueller Assoziationen aus, die dem Betrachter dargeboten werden.
Die in diesem Kapitel dargestellten Werke wurden erstmals 1999 in der Zagreber Galerie Arteria unter dem Titel "Gemälde 1998-1999" ausgestellt.






