Jemand sagte: "Guck mal, das erinnert an Courbet"; ich wusste nicht, ob ich das als Spott oder Lob auffassen sollte. Ein anderer sagte: "Nein, nein, nein, das ist thematisch und von der Ausführung her völlig konservativ, so malt man heute nicht mehr"; das war ziemlich direkt, so viel verstand ich. Wiederum ein anderer sagte: "Du hast vielleicht Nerven, ich hätte sie zu so etwas nicht gehabt"; der wusste nicht so genau, was er sagen sollte. Und ein anderer sagte: "Mann, saustark"; das war ein Ausdruck reinster Bewunderung.

Ich sagte: "Bei der Herstellung dieser Gemälde konnte ich mich auf keine der malerischen Methoden des vergangenen Jahrhunderts stützen. Sie neigten vorwiegend zur Reduktion, während das hier angewandte langwierige und zuweilen auch langweilige Verfahren auf eine ausgesprochene Individualisierung des Motivs gerichtet ist. Im Fernsehen sah ich, wie die Zeichner der Disney Studios etwas Ähnliches wie ich machen: In Skizzen sammeln sie Informationen, um sie dann später bei den Vorbereitungen zur Aufnahme einer Szene zu verwenden. Beim Anblick des Bildes, an dem ich gerade arbeitete, drängte sich mir das Gefühl auf, dass dies der Ort eines möglichen Ereignisses sei, dass dort schon im nächsten Augenblick etwas geschehen könnte, und so nannte ich es 'Waldszene, wie für eine Geschichte geschaffen'. Und fortan gab ich allen derart sorgfältig und lange vorbereiteten Werken den Namen einer Szene."

Die in diesem Kapitel präsentierten Gemälde wurden zwischen 1996 und 2001 in verschiedenen Kombinationen in selbstständigen Ausstellungen sowie in Gruppenausstellungen gezeigt, aber noch nie als ein thematisches Ganzes für sich.